Der wohl grenchnerischste Solothurner tritt ab
Von 2002 bis 2009 war François Scheidegger Stadtschreiber von Grenchen, nahm sich dann eine dreijährige berufliche Auszeit von Grenchen und wurde 2012 als Stadtpräsident von Grenchen gewählt. Ende Jahr übergibt er sein Amt und schreibt als 18. Stadtpräsident seit 1818 ein weiteres Kapitel Stadtgeschichte zu Ende.

Der ebenfalls scheidende Vize-Stadtpräsident Remo Bill würdigte François Scheidegger in einer Ansprache an der letzten Gemeindeversammlung und untermauerte unter anderem das Wirken des zurücktretenden Stadtpräsidenten mit eindrücklichen Zahlen. So habe dieser von den insgesamt 141 Gemeinderats- und 175 Gemeinderatskommissionssitzungen lediglich je eine verpasst – 2022 wegen einer Corona-Erkrankung.
Scheidegger war 2002 als neu gewählter Stadtschreiber von Solothurn nach Grenchen gekommen. Auch in seiner drei Jahre dauernden Zeit als Amtsgerichtspräsident Solothurn-Lebern blieb er der Stadt als Wohngemeinde treu. Auch nach seinem letzten Arbeitstag am 31. Dezember 2025 wird sich am Wohnort nichts ändern. Er, der 41 Jahre lang Grenchen und die Region als beruflichen und privaten Lebensmittelpunkt hatte, gilt wohl als einer der grenchnerischsten Solothurner.
Seine Bilanz in der zwölfjährigen Amtszeit ist eindrücklich: Er wirkte bei 92 wichtigen Projekten mit und trieb sie voran, darunter die neue Stadtbibliothek in der Alten Turnhalle, die Integration der städtischen Kitas in das Bachtelen, die Integration der Stadtpolizei in die Kantonspolizei, das Ärztezentrum und die Fusion der Busbetriebe BGU und BSU, den Masterplan Zentrumsentwicklung und über 30 Firmenausbauten oder -neuansiedlungen.
Es handelte sich aber auch um neu aufgelegte Projekte, die er vorantrieb: das Projekt Bahnhof Süd mit dem neuen Bahnhofplatz, den Kunstrasen und den Bootshafen. In seine Amtszeit fiel auch die Verschlankung und Modernisierung der Verwaltung sowie die schrittweise Steuersenkung von 124 auf 114,9 Prozent. Bereits in seiner ersten Amtszeit wurde Grenchen zur grössten Aufsteigerin im Städteranking. Dass es ihm nicht gelang, kantonale Ämter wieder nach Grenchen zu holen, ärgert ihn noch heute. Stummer Zeuge dieser Abkehr von kantonalen Ämtern nach Solothurn ist der ehemalige Trautisch in seinem Büro, der ihm als Sitzungstisch diente. Das sei ihm ein Trost gewesen, sagt er heute, wenngleich die Verärgerung darüber immer noch spürbar sei.
Ohne Brimborium tritt er Ende Jahr zurück. Er wollte keine grosse Abschiedsfeier, sondern wünschte sich eine kleine Chronik über die zwölf Jahre, in denen er Grenchen gedient hat. Wir sagen: Merci, François Scheidegger!