Power-Spitex geht in eine neue Runde
Die Frau hat ein Tempo drauf, als gäbe es kein Morgen. Gordana Schmid aus Grenchen gründete 2019 eine private Spitex-Organisation. Vier Jahre später stellte sie eine Tagesstätte auf die Beine. Nun, da sie den Höhepunkt ihrer erfolgreichen Tätigkeit erreicht hat, tritt sie kürzer und hat ihre Nachfolge geregelt.

Nomen est Omen. Die private Spitexorganisation von Gordana Schmid heisst Power-Spitex, betreut heute mit 15 Mitarbeitenden mit 10 Vollzeitstellen im Schnitt 40 Klientinnen und Klienten. Die Tagesstätte «Uszyt» betreut während vier Tagen Menschen tageweise und auch mal über Nacht. Nächstes Jahr sollen alle fünf Tage einer Arbeitswoche zur Verfügung stehen. Und weil die Räumlichkeiten im Untergeschoss ihres Privathauses am Bachtelenrain zu klein geworden sind, hat die Power-Spitex ihren Standort gewechselt an die Archstrasse 36 in Grenchen.
Neue Geschäftsführung
Ihre bisherige Stellvertreterin Fatbardha Tolaj hat die Geschäftsführung übernommen. Sie ist bereits seit drei Jahren für Gordana Schmid tätig. «Wir führen die Power-Spitex momentan noch gemeinsam, bis Fatbardha Tolaj in ihre neue Führungsfunktion eingeführt ist», sagt Gordana Schmid. Sie selbst möchte sich dann etwas zurücknehmen und sich künftig vor allem um die Nachtgäste in der «Uszyt» kümmern. Dabei wird sie wiederum als Selbstständige nach Pflegetarif abrechnen. Damit kehrt sie zu den Anfängen ihres schon fast beispiellosen Werdegangs in den vergangenen sechs Jahren zurück.
Damals, vor der Gründung der Power-Spitex, war sie ebenfalls selbstständig tätig, da sie in ihrer Pflegetätigkeit erkannte, dass es um die Heimpflege von Patientinnen und Patienten nicht immer zum Besten stand. Sie wollte es besser machen und gründete deshalb ihre eigene Spitex-Organisation. Der schnelle und heute nachhaltige Erfolg sollte ihr Recht geben.
Ein eindrücklicher Lebenslauf
Ihr Lebenslauf macht deutlich, warum diese Frau so viel Power hat. Die gebürtige Serbin arbeitete zunächst in der Landwirtschaft und später in der Gastronomie im Berner Oberland, als sie in die Schweiz kam. Nach ihrem Zuzug nach Pieterlen lernte sie auch ihren Mann kennen und bekam mit ihm drei Kinder (zwei Töchter, ein Sohn). Noch einmal zog es sie in die Gastronomie: Die aktive Frau übernahm die Pacht eines Restaurants in den Freibergen. Die Einkünfte reichten jedoch gerade so zum Leben. Sie sah keine Zukunft mehr in dieser Branche und zog zurück nach Grenchen, ihrem letzten Wohnort. So begann auch ihr «zweites Leben» in der Pflege. Unter anderem arbeitete sie als Pflegefachfrau im damals existierenden Spital Grenchen. Es folgten weitere Stationen, ehe sie den Entschluss fasste, sich mit einer privaten Spitex selbstständig zu machen und im Jahr 2019 die Power Spitex GmbH zu gründen.
Gutes Fachpersonal ist wichtig
Der Stützpunkt des Unternehmens befand sich im Untergeschoss ihres Wohnhauses am Bachtelenrain. Sehr schnell stellte sie fest, dass sie mit ihrer privaten Spitex ein echtes Bedürfnis abdeckte. Ihre Stärke war die individuelle Pflege und auch persönliche Gespräche kamen nicht zu kurz. Ihre Firma wuchs schnell, und vier Jahre nach der Gründung beschäftigte sie bereits acht Mitarbeitende, darunter auch ihre Tochter Anja Glivar. Gordana Schmid spürte ebenfalls den rauer werdenden Wind auf dem Personalmarkt. «Es wurde immer schwieriger, gut ausgebildetes Personal zu finden», erinnert sie sich. Gute Mitarbeitende waren und sind ihr wichtig. «Wir versprechen professionelle ambulante Dienstleistungen. Dafür braucht es gut ausgebildetes Fachpersonal, das auch die menschliche Seite immer im Hinterkopf hat.»
Ihr Unternehmen hat sich so weit entwickelt, dass sie es nun in neue Hände übergeben kann und will. Die 2023 gegründete Tagesstätte für betagte Menschen in einem umgebauten Mehrfamilienhaus entspringt ebenfalls ihrem Gespür und ihrer langjährigen Erfahrung in der Seniorenbetreuung. Mit der Tagesstätte werden Angehörige, die ihre Lieben zu Hause pflegen, regelmässig entlastet. Nächstes Jahr soll die Tagesstätte an fünf Tagen in der Woche geöffnet sein. Geleitet wird dieses betreute (Tages-)Wohnen von ihrer Tochter Anja.
Auch die taffe Geschäftsfrau Gordana Schmid gönnt sich jetzt mal eine Auszeit, ohne dabei ihr Lebenswerk aus den Augen zu verlieren. Alles sei in guten Händen, sagt sie. Und wo Hilfe nötig ist, wird sie ihre helfenden Hände bieten.